Das Fährhaus Saatwinkel ...

 

... nach der Gemeinde Saatwinkel, heute ein Gebiet im Ortsteil Tegel, benannt.

 

Bereits 1858 gab es im Tegeler Forst die Ansiedlung Saatwinkel, die damals sieben Einwohner zählte. Dort befand sich auch das Etablissement (Ausflugslokal) Blumeshof (auch Blumshof). Früher eine Gemeinde, ist Saatwinkel heute ein Gebiet im Ortsteil Tegel, am Südufer des Tegeler Sees. Es war und ist ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner.

 

Auf ganz andere Ursprünge geht das vierte bewohnte Grundstück, das einstige "Kranhaus", seit etwa 60 Jahren als "Fährhaus" bekannt, zurück.


Der Frachtschiffahrt auf den märkischen Wasserstraßen war auf verschiedenen Strecken das Setzen von Segeln gestattet, auf anderen war es untersagt, es mußte dort getreidelt oder gestakt werden. Für das Aufrichten bzw. die Niederlegung der Maste waren fiskalische "Mastenkrane" eingerichtet, z. B. an der Einmündung der Spree in die Havel bei Spandau und an der Einmündung des Berlin-Spandauer Schiffahrtskanals in den Tegeler See in Saatwinkel.
Der Kanal war nach mehr als zehnjähriger Bauzeit Ende 1858bzw. 1859 dem Verkehr übergeben worden. Zu dieser Zeit muß auch der dortige Mastenkran fertiggestellt gewesen sein. Die in den Kanal in Richtung Berlin einfahrenden Schiffe mußten den Mast umlegen, da in der schmalen, von Brücken überquerten Wasserstraße das Segeln nicht gestattet war; wer dagegen in die Havel einlief, durfte den Mast - und damit das Segel - setzen. Der mit dem Auf- bzw. Absetzen der Masten betraute Beamte der Wasserstraßenverwaltung wohnte in dem an der Kanalmündung befindlichen Kranhaus.


Seit etwa 1880 nahm die dampfbetriebene Schleppschiffahrt immer stärker zu, so daß die Eigner der Frachtschiffe weitgehend auf die eigene mühselige Fortbewegung verzichteten und sich schleppen ließen. Zwangsläufig schrumpfte die Tätigkeit der Mastenkräne derart, daß diese Stellen stillgelegt wurden. Der Spandauer "Anzeiger für das Havelland" berichtete am 6. Juni 1882: "Der Ausschank in dem früheren Kranmeisterhause am Ende des Kanals ist nun auch eröffnet und soll hauptsächlich als Ausspannung dienen." In dem fiskalischen Dienstgebäude wurde also eine weitere Gaststätte eingerichtet.

 

Dafür sei eine Andeutung aus dem Jahre 1866 angeführt[17]: Der "Lustort" Saatwinkel sei "sehr stark von Berliner Familien frequentiert, besonders sonntags". Und Kapp vermerkt 1873: "Beliebter Ausflugsort für Wagenbesitzer"[18]Verschiedentlich geäußerte Wünsche, öffentliche Verkehrsmittel in den Saatwinkler Damm zu legen, blieben unerflillt, dagegen waren auf den Zufahrtsstraßen bzw. -strecken nach Tegel, Charlottenburg und Spandau, von wo aus Saatwinkel erreicht werden konnte, zahlreiche Verkehrsverbesserungen durchgeführt worden. Charlottenburg war seit 1847durch den Omnibus, seit 1865durch die Pferdebahn mit Berlin verbunden.
Von 1868 an wurden nach Spandau "Localzüge" eingesetzt, die Vorläufer der späteren Vorortzüge, und schließlich wurde 1881die Pferdebahn nach Tegel eröffnet, die in den ersten Jahren allerdings sehr teuer war und nur in großen Abständen fuhr.

 

Die einstmals noch außerhalb des Stadtrands gelegenen Erholungsgebiete wie Saatwinkel wurden bei der Ausdehnung der Berliner Außenbezirke und der Umlandgemeinden immer mehr in Stadtnähe gerückt. Der Zweite Weltkrieg sollte allerdings bald jegliche weitere Entwicklung unterbrechen, sowohl die auf weitere als auch auf näher gelegene Ziele gerichteten Ausflüge und Fahrten mußten aufgegeben werden.


Die Tanzsäle der Saatwinkler Lokale wurden in den letzten Kriegsjahren mit dienstverpflichteten Holländern belegt, die bei Siemens eingesetzt waren. Auf dem "Jägerhäuschen"-Gelände entstand ein Barackenlager für die sogenannten Fremdarbeiter. Von einigen Bombenschäden abgesehen, haben die leichten Baulichkeiten der Restaurationen den Luftkrieg leidlich überstanden.


Nach Kriegsende begann man wieder, die frühere Gastronomie aufzubauen. So ist von den Lokalen am Wasser nur noch das "Fährhaus" geblieben, wo Gäste noch am Ufer des Tegeler Sees rasten können.

 

 

 

Geschichte der Lahe -Werft:

 

TRADITION SEIT ÜBER 80 JAHREN.

 

Im Jahre 1906 gründete Erich Lahe Senior (mittleres Foto) den Industriebetrieb die Lahe-Werft im Saatwinkel. Das frühere „Kranhaus“ (unteres Foto), später umbenannt in „Fährhaus“, gehörte kurze Zeit später auch zum Schaffenskreis der Familie. Im Jahre 1919 wurden neben Werft- und Lokalbetrieb auch einige Bootsstege vermietet.

 

Als Gesellschafter wurden die Söhne Erich und Heinz Lahe (oberes Foto) 1953 in den Werftbetrieb aufgenommen.
Es entstand die Reederei Erich Lahe + Söhne, deren Flotte von acht Motorschiffen ihren familieneigenen Heimathafen im Saatwinkel hatte. Ihre Ausflugsdampfer schipperten viele Jahre über den Tegeler See und die Oberhavel. Sie konnten neben den normalen Linienverkehr auch für Betriebs- Vereins und Schulausflüge gebucht werden.
Nach der Aufgabe des Werftbetriebes widmete sich Familie Lahe ausschließlich der Reederei und dem Restaurant „Fährhaus“. Im Frühjahr 1969 übernahmen die Söhne Erich und Heinz Lahe gänzlich die Bewirtschaftung des Familienbetriebes. Erich Lahe Junior war von nun an Eigner des Schifffahrtbetriebes und sein Bruder Heinz Lahe war nunmehr Betreiber und Besitzer des Restuarant „Fährhaus“. 1992 wurde der Ausflugsverkehr eingestellt und alle Ausflugsschiffe verkauft.

  

Mit dem Ausbau der Steganlagen und deren Vermietung erschuf sich Heinz Lahe eine eigene Existenz. Er führte seinen Betrieb 40 Jahre lang voller Hingabe und Ideenreichtum. Erst im hohen Rentenalter zwang ihn die Gesundheit im Januar 2008 sein Lebenswerk an die dritte Generation weiterzugeben.

 

 http://www.bootsstaendelahe.de/historie.html

 

Wir das neue Fährhaus-Team übernahmen Mai 2017 das Fährhaus Saatwinkel. Unsere Ausrichtung der Küche hat einen alemannischen Einschlag. Im Sommer gibt es einen großen Biergarten der zum verweilen einläd.

 

In den Wintermonaten werden wir sie mit einer feinen Speisekarte mit wechselnden Gerichten verwöhnen. Es gibt Fleisch, Fisch und vegetarische Speisen.